“Bundesweite Woche des Sehens”

“Die Augen als Fenster zur Welt”.

Am Montag ging es schon los. Dort wurde ein abendlicher Rundgang mit dem Plauener Nachtwächter
angeboten. Die Veranstaltung war schon ziemlich voll. Ich hätte zwar noch mitmachen können, aber bei einer Überbelegung von mehr als 200 % hätte ich wahrscheinlich nichts gehört. Ich habe das lieber sein lassen.

Dann gestern die Dunkelstraßenbahn habe ich mitgemacht. Man muss sich das vorstellen wie eine total abgedunkelte, mit schwarzen Tüchern oder Folien verhängte Straßenbahn, um Blindheit zu simulieren. Was ziemlich gut funktionierte, denn nach ungefähr 10 Minuten hatte ich die Orientierung verloren, obwohl ich wusste, dass wir in Richtung Neundorf fuhren.
Dabei kommt bei mir noch dazu, dass ich durch die Fahrgeräusche kaum die Haltestellenansagen verstand, was mir im Normalfall wenig ausmachte, so lang nicht viele Menschen durcheinander sprachen oder wie hier Fahrgeräusche stören und sich dadurch die Dynamik verwischte. Denn dann klingt alles wie eine Schallwand und man versteht nichts mehr.
Dazu kam, dass Daniel Brendler aus Zwickau, der die ganze Fahrt über, über Blindheit sprach, sich bei Antritt der Fahrt in die andere Richtung setzte, wobei ich andersherum das Problem wahrscheinlich nicht hätte. Doch das ist mein Empfinden.
Wobei die meisten “Blinden” nicht total Blind sind. Der Ronny verfügt noch über 8% Sehstärke, was mir aber nicht allzu viel zu sein scheint.
Er berichtete über die Probleme von sich und von anderen Blinden, aber nicht in der Opferrolle, sondern als unabhängiger Mitmensch. Wobei er positive oder lustige Episoden nicht ausnahm.
Während der Fahrt vermied ich es auf die Uhr, oder hier das Handy zu sehen, was dazu führte, dass ich nicht einmal mehr wusste, wie lange wir gefahren waren. Meinem Gefühl nach sind wir Tunnel, Neundorf, Reusa, Bahnhof, Tunnel gefahren, nur sicher sein kann ich mir da nicht. Nur einmal am Bahnhof machten wir die Türen auf, um eine andere Bahn überholen zu lassen.
Vom Bahnhof zum Tunnel war ich mir dann wieder über Ort und Zeit sicher.
Damit ist die “Woche des Sehens” noch nicht zuende. Zwei Veranstaltungen fehlen noch, die erscheinen unten.

Am Tunnel erwarteten uns dann die “Trommelwirbler Vogtland” mit mehr als einem Trommelwirbel.

13.10. und 14.10.2023, 18.00-22.00 Uhr:

Erlebnisgastronomie Dunkelrestaurant in Plau Ein aktueller Trend besonders in Großstädten sind Dunkelrestaurants, also Essen und Trinken in absoluter Finsternis. Dies ist zum einen ein spannendes Erlebnis, gibt zum anderen Teil einen Einblick in das Leben blinder Menschen.
Wo?
08525 Plauen, Chamissostr. 14, KochErlebnis by SteLu
Kosten:
72,00 € für ein 3 Gänge Überraschungsmenü – inklusive Getränke –
Buchung über:
nauruhn.dagmar@vogtlandkreis.de, Telefon: 03741 300-3399
KochErlebnis
Kochkurse – Event
by Stelu –

17.10.2023, 14.00-18.00 Uhr:

Filmtheater Capitol Plauen Wieder mal ins Kino!
Ein Nachmittag rund um Sehbehinderung und Blindheit mit:
Infoständen und Aktionen im Foyer

  • 15.00 Uhr Vortrag »Ich sehe so, wie du nicht siehst« – Leben mit einer Sehbehinderung. Was heißt das?
  • Kinofilm »Der Junge muss an die frische Luft«<, Komödie mit Hape Kerkeling mit Bildbeschreibung (Audiodeskription)
    Ein beliebter Kinofilm für Sehende und Nichtsehende.
    Kostenlose Teilnahme ohne Anmeldung!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.