Ein friedliches Bild an einer Garagenwand (Ein bisschen Geschichte)

Alles Gewesene und Geschehene ist interessant,
sofern nur zuverlässige Chroniken darüber erhalten sind.

Nikolai Gogol (1809-1852)

Am Sonntag war ich unterwegs. Und jetzt bin ich am Chroniken lesen. Was ein Bild so ausmacht.
Dabei bin ich die Pfortengasse mit meinem Rollstuhl entlanggefahren.
An der Pfortengasse ist schon seit Jahren ein friedliches Bild an eine Garagenwand gemalt.

“Pfortengasse 1920” steht darunter.

Was werden die Leute damals gedacht haben, wie es hundert Jahre später einmal in Plauen aussieht? Und was während der hundert Jahre alles passiert.

Das ist jedenfalls ungefähr die gleiche Stelle ungefähr hundert Jahre später.

Pfortengasse 2020

Der erste Weltkrieg war gerade vorbei.
Bestimmt hat keiner gedacht, dass es erst ganz Dicke kommen wird. Ein zweiter Weltkrieg von Deutschland im Größenwahn ausgehen wird, an dessen Ende Deutschland fast ganz zerstört werden wird, (Plauen zu 75%) bevor siebzig Jahre Frieden werden wird.
Wie gesagt, der erste Weltkrieg war gerade vorbei.

Wenn man Zeitzeugenberichte liest war es eine gar nicht so friedliche Zeit.
Um die Freie Presse vom 8.2.2020  zu zitieren: 

“Am 9. Februar 1920 wurden Plauener auf Handzetteln über den bevorstehenden Einmarsch von Soldaten informiert.

Es kamen Reichswehr-Truppen.
Als Grund waren befürchtete Unruhen aus Anlass der Falkensteiner Kommunisten Strafprozesse.
Es sollte nicht zu Unruhen kommen wegen der Strafprozesse. Und doch kam es zu Unruhen, wegen der Besetzung durch die Reichswehr.
Was daraus folgte war ein Generalstreik. Einige Truppen zogen ab kamen aber nach dem Kapp-Putsch wieder.

Es gründete sich darauf eine Ausschuss aus SPD und KPD.
Nachdem drei derer Mitglieder verhaftet wurden kam es zu Demonstrationen die aufgelöst wurden.
Dabei kam es zu  8 Toten und 14 verletzten.

Am Ende kam auch noch der Falkensteiner Kommunist Max Hoelz und die “Roten Garden”.
“Er befreite Gefangene aus dem Gefängnis, raubte 300 Gewehre aus der Kaserne, erpresste Plauener Unternehmer; drang dabei auch ins Café Trömel ein.
Die Reichswehr rückte im April erneut an. Hoelz floh über die tschechische Grenze.” So  die Freie Presse.

Zum Künstler:

André Wolf (geb. Bretschneider)
– freiberuflicher Auftragsmaler –
ICHMALEIHRBILD.DE

Zum Beispiel hat er unter anderem die “Vater und Sohn Figuren”gestaltet.

Weiter aus:”Betrachtungen zur Arbeit des
Roten Kreuzes in Plauen”

April 1920 erfolgte in Plauen die Gründung einer Arbeiter-Samariter-Kolonne mit anfangs 14 Mitgliedern. Ihr 1. Vorsitzender war bis 1923 Richard Glaß und der
Kolonnenarzt Dr. med. Schwarzbach.

„Die unter der Verwaltung des Zweigvereins
stehende, im König-Albert-Stift, Dobenaustr. 14, untergebrachte Kleinkinderbewahranstalt
wurde bei Kriegsausbruch aufgelöst, weil die Räumlichkeiten nach den Stiftungsbestimmungen
sofort als Lazarett eingerichtet werden mußten. Anfang 1920 wurde die Kleinkinderbewahranstalt
zwar wieder eröffnet, aber noch im selben Jahre wieder geschlossen.

Dittmar Heidel
Betrachtungen zur Arbeit des
Roten Kreuzes in Plauen
von 1868 bis 2008


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