Was ist Krankheitsverarbeitung ?

Psychologische Krankheitsverarbeitung in etwas gedrängter Weise beschrieben nach:
dem Stufenmodell von Elisabeth Kübler-Ross. Sie hat im Umgang mit (schweren) Krankheiten angenommen, dass es fünf Phasen der Krankheitsbewältigung gibt:

* Verleugnen:

„Das kann nicht sein, die müssen sich bei der Diagnose vertan haben“ „Bei mir ist es bestimmt nicht chronisch.“

* Verhandeln:

„Wenn es bei mir nur eine leichte Form von Schlaganfall ist, dann höre ich mit dem Rauchen auf“ „Wenn ich eine lange Einschränkung habe, dann werde ich auch gesünder leben / wieder in die Kirche gehen …“

* Verfluchen (Aggression):

„Wie können die Leute bloß über so oberflächliches Zeug reden … ich bin schwer krank!“ „Diese Ärzte behandeln mich wie einen Idioten!“

* Vermissen (Trauer):

„Warum ich …“ „Ich werde nie wieder joggen gehen können.“ „Ich werde nie wieder normal in den Urlaub fahren können.“

* Akzeptanz:

„Ich habe diese Krankheit, und ich werde damit leben.“

Irgendwo in dem Modell versteckt zwischen Verleugnen, Trauer und Aggression ist vermutlich auch das Sammeln von Informationen eingebaut.
Die gelegentlich sogar verzweifelte Suche nach dem Strohhalm, der Methode oder das Medikament, das universelle Hilfe verspricht. Das gibt es aber nicht.

Das Stufenmodell zur Krankheitsbewältigung passt aber nicht immer.

(Die Krankheitsbewältigung, ist ein dynamisches Geschehen, wobei sich die beschriebenen Phasen immer mal wieder und dies meist wiederholend abwechseln.

Niemand kann ein unvorhergesehenes Lebensereignis wie diese Erkrankung zunächst akzeptieren, wenngleich durch eine gewisse Akzeptanz, also ein annehmen im Sinne “so ist das” wieder der Blick frei wird, um zu schauen wie es weitergehen kann.

Für diesen Prozess kann eine Art Achtsamkeit, also ein Zuwenden auf den aktuellen Lebensmoment, hilfreich sein.)
Achtsamkeitsmeditation übt genau diese Qualität im Umgang mit sich und der Lebenssituation ein. Wenn Du so willst, ist Achtsamkeitsmeditation eine Methode, um sich und den aktuellen Lebensumstand so anzunehmen, wie er eben gerade ist. Es entwickelt sich dabei so eine Art Beobachter Position.

Aus dem Briefwechsel mit Diplom-Psychologe Mario Smukalla(www.saluto-care.de)

In fast jeder der oben  beschrieben Phasen habe ich mich irgendwann wiedergefunden. Wie ich das im Nachhinein sehe.

Ich glaube die ersten beiden Phasen habe ich gleich während des ersten Jahres  durchlebt, bin dann wieder zurückgefallen. Habe zum Beispiel Listen geschrieben von Dingen welche ich nicht mehr kann.

Nun ist sicher, dass man zwar einen Verlust an Lebensqualität erlitten hat. Es kommt aber darauf an, dies als eine Chance zu einem Neuanfang zu begreifen.

Es ist wohl so, dass der Verlauf von Jedem anders verläuft. Es kommt auf viele Faktoren an. Meiner Erfahrung nach bringt der persönliche Hintergrund den größten  Einfluss.

Es kommt auf das richtige Maß an Forderung und Förderung an. Und eben nach meiner Erfahrung, auf den familiären Rückenhalt, den mir ein Stück weit meine Eltern gegeben haben. Rezept wird da niemand geben können.

Eins, was mir persönlich sehr weitergeholfen hat, ist das aufschreiben meiner  Gedanken.

Während dem Schreiben passiert es, dass eine Annahme einige Tage später schon nicht mehr stimmt.

Eine andere Sache mag sein,  dass wenn man offenbar schwerer betroffen ist, es leichter zu sein scheint durch diese Krankheitsverarbeitung durchzusteigen. Während ein leicht Betroffener sich sehr schwer damit tut bzw. gar nicht durchkommt.

Eine Beobachtung:
Eine erworbene körperliche Einschränkung wird erlebt, der Umgang muss gelernt und in der Realität erprobt werden können, um ein neues Selbstverständnis und neue Lebensperspektiven entwickeln zu können

Und noch eine Beobachtung aus vielen Foren im Internet, inklusive Facebook: (ich halte mich da meistens raus, denn Argumente zählen da meistens nicht viel weil: 》Krankheitsverarbeitung (viele in diesen Foren sind selbst dabei ihre Krankheitsverarbeitung zu durchlaufen.) Googlen und Verallgemeinern sind an der Tagesordnung. Eine gelesene Diagnostik wird oftmals einfach interpretiert ohne deren Grundlagen und Hintergründe zu kennen.

Auf der anderen Seite habe ich von Menschen gehört, die ihr Selbst wie einen zerbrochenen Spiegel sehen.

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